Missionsstation Rabai

File 681Rabai, ein kleines Dorf etwa 40 km von der kenianischen Großstadt Mombasa entfernt, ist ein wirklich historischer Ort. Denn hier wurde im Auftrag der britischen Church Missionary Society die erste christliche Missionsstation von ganz Ostafrika aufgebaut. Voller Enthusiasmus und paternalistischem Gedankengut traten hier unter anderem deutsche Missionare an, den christlichen Glauben nach Afrika zu bringen.

Im Jahr 1846 wurde die Missionsstation eröffnet und zwei Jahre später die erste Kirche eingeweiht. Sie wurde nicht lange genutzt, denn schon vierzig Jahre später war eine größere Kirche notwendig, da das kleine Gotteshaus nicht alle Gläubigen unterbringen konnte. Unter den deutschen Missionaren war neben Johannes Rebmann auch Johann Ludwig Krapf, der sich intensiv mit der lokalen Sprache beschäftigte. Auf ihn geht das erste Lexikon und das erste Grammatikbuch über Kisuaheli zurück. Er übersetzte auch Teile der Bibel in die Sprache der Einheimischen.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Missionsstation in Rabai zu einem bedeutenden Zufluchtsort für ehemalige Sklaven. Zum Teil wurden sie sogar von der Church Missionary Society ihren Herren abgekauft und erhielten in der Region ganze Dörfer. Zu dieser Zeit enstanden hier neben Krankenhäusern und Kirchen auch einige Schulen. Und bis in die Gegenwart ist Rabai als wichtiges Bildungszentrum bekannt.

Die Missionsstation in Rabai wurde 1922 geschlossen. Heute befindet sich in der ältesten Kirche Kenias ein kleines Museum, das die Geschichte und Kultur des Rabai-Volkes thematisiert. Es beschäftigt sich außerdem mit der christlichen Missionarsbewegung. Im ehemaligen Wohnhaus des Missionars Krapf befindet sich das sogenannte Krapf Memorial Museum.