Mount Kenya

File 684Das zweithöchste Bergmassiv Ostafrikas ist das Mount-Kenya-Massiv, kurz Mount Kenya. Er ist mit seinen 5.199 m der höchste Berg von Kenia und befindet sich relativ zentral im Landesinneren. Der Mount Kenya ist ein besonderer Ort – nicht zuletzt ist es einer der wenigen Plätze in der Nähe des Äquators, an denen immer Schnee und Eis zu finden ist. Viele Berghänge sind vergletschert.

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Der deutsche Missionar Johann Ludwig Krapf war der erste Europäer, der den Gipfel sah. Als er Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa davon berichtete, wurden seinen Schilderungen kein Glauben geschenkt. Während die Bergspitze jedoch wirklich schneebedeckt ist, ist die Landschaft am Fuße des Massivs ist sehr fruchtbar und üppig bewachsen. Zu Zeiten der Kolonialregierung war die Gegend nur für deutsche Farmer vorbehalten, die vom gemäßigten Klima, dem häufigen Niederschlag und dem fruchtbaren Boden profitierten. Heute ist das Hochland wieder dicht von Einheimischen besiedelt und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt – in den Plantagen werden neben Früchten auch Tee und Kaffee angebaut. Der Anblick auf den Mount Kenya und das grüne Hochland ist atemberaubend und einzigartig. 

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Wer nun gern den Ausblick auch von oben erleben möchte, hat verschiedene Wege, den Gipfel zu erklimmen. Zum einen führen gut ausgebaute Straßen bis auf etwa 3.000 Höhenmeter an das Massiv, von da aus kann dann die Bergtour gestartet werden. Zum anderen gibt es auch direkt vom Tal aus zahlreiche Wege. Allerdings ist nur der dritthöchste Gipfel, der sogenannte Point Lenana, für durchschnittliche Wanderer empfehlenswert. Für die beiden Hauptgipfel benötigt es viel Übung, eine sehr gute körperliche Verfassung und angemessene Ausrüstung.

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Die drei wichtigsten Aufstiegsrouten sind die Naro Moru Route, die Sirimon Route und die Chogoria Route. An den Ausgangspunkten (sogenannte Gates) trifft man Träger und Führer an, die gegen Bezahlung gern weiterhelfen. Neben Schutzhütten gibt es immer wieder Camps und Lodges auf dem Weg, in denen übernachtet werden kann. Und es ist wirklich sinnvoll, die Tour langsam anzugehen. Nicht nur der Höhenunterschied ist beachtlich, auch die extremen Temeraturunterschiede machen dem menschlichen Körper zu schaffen. Im Hochland ist es tropisch warm mit hoher Luftfeuchtigkeit – in der Höhe wird man mit Kälte überrascht. Daher sollte man für eine Bergtour auf den Mount Kenya etwa eine Woche einplanen.

Neben der einzigartigen Flora ist auch die Tierwelt am Mount Kenya beeindruckend. Um den Berg herum leben Elefanten, Löwen und Wildbüffel. Auch Leoparden und Zebras werden in dieser Gegend immer wieder gesichtet. Und in den Wäldern leben Böcke und Waldschweine, Antilopen und verschiedene Affenarten.

Seit Dezember 1949 ist die Landschaft des Bergmassivs durch den Mount Kenya National Park geschützt. Sie wurde außerdem 1997 von der UNESCO in die Liste der Weltnaturerbe aufgenommen.