Victoria-See

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Der größte See Afrikas und der dritttgrößte Binnensee der Erde ist der Victoria-See, der zwischen den drei Staaten Tansania, Uganda und Kenia liegt. Mit seinen 68.000 km² ist er ungefähr so groß wie Bayern, er ist für die vielen anliegenden Dörfer eine wichtige Nahrungsquelle. Flusspferde sowie unzählige Arten von Buntbarschen sind im Victoria-See heimisch.

File 876Für Touristen ist der See wegen der atemberaubend schönen Landschaft sehenswert, die ihn umgibt. Üppiges Grün und eine große Artenvielfalt sind in dieser fruchtbaren Gegend zu finden. Zu den größeren Städten am See gehört Kisumu, die drittgrößte Stadt Kenias. Ansonsten finden sich am Ufer des Victoria-Sees vor allem viele Dörfer, deren gastfreundliche Bewohner vom Fischfang leben. Es ist ein unvergessliches Erlebnis, durch die gemütlichen Siedlungen zu schlendern oder in der Abenddämmerung die mit flackerndem Licht ausgestatteten Boote zu beobachten. Im See gibt es außerdem einige Inseln, die mit dem Boot besucht werden können. Eine der schönsten ist zweifelsohne die Mfangano Island, auch hier lässt sich wunderbar der Alltag der Fischer miterleben.

Eine besondere Attraktion ist der Ndere Island National Park, der nur aus einer 4 km² großen Insel besteht. Hier leben im Dickicht unzählige Wasservögel sowie eine kleine Herde Impalas. In der Mitte der Insel gibt es einen Hügel, der zwar nicht besonders hoch ist, von dem aus man dennoch einen herrlichen Ausblick auf den Victoria-See hat. Der Nationalpark kann ohne Ranger besucht werden, da hier keine gefährlichen Tiere leben.

File 882Traurige Berühmtheit erlangte der Victoria-See durch das ökologische Desaster, das vom Nilbarsch, inzwischen auch als Victoria-Barsch auf unserer Speisekarte bekannt, ausgelöst wurde. Er wurde in den 1960er Jahren hier angesiedelt mit dem Ziel, einen ökonomisch effizienten Speisefisch zu züchten. Der Barsch vermehrte sich ungeheuer schnell, was zunächst zu einem tatsächlichen wirtschaftlichen Aufschwung führte. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass der Victoria-Barsch viele andere Tiere des Sees aussterben ließ. Angeblich dezimierte er die Vielzahl der Fische um etwa 200 Arten, die Anzahl der Buntbarsche reduzierte sich drastisch. Außerdem wurde die südamerikanische Wasserhyazinthe im See angesiedelt, die inzwischen weite Teile des Gewässers überwuchert. Damit ist das Öko-System des Victoria-Sees endgültig durcheinander gebracht worden. Dies hat zur Folge, dass die Menschen am Ufer des Sees heute zum Teil nicht mehr in der Lage sind, vom Fischfang zu leben, obwohl sich riesige Barsche direkt vor ihrer Küste im Wasser tummeln. Der Film "Darwins Albtraum" thematisiert auf eindrückliche Weise die dramatische Entwicklung des Victoria-Sees.