Eldoret

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Im Afrikanischen Grabenbruch Rift Valley liegt die kenianische Stadt Eldoret. Es ist die fünftgrößte Stadt des Landes, sie ist für ihren internationalen Charme bekannt. Das hat damit zu tun, dass hier neben den Völkern der Nandi und Elgeyo auch eine der größten indischen Gemeinschaften Kenias lebt. Eine interessante Geschichte hat Eldoret vorzuweisen. Einst besiedelten die Sirikwa das Gebiet, später lebten die Massai hier. Ihren Namen erhielt die Stadt ebenfalls von den Massai, in deren Sprache das Wort "steiniger Fluss" bedeutet. Dies ist auf das felsige Flussbett des Sosiani zurückzuführen, der in der Nähe fließt.

Während der Kolonialzeit wurde der Ort vielseitig genutzt, weswegen er schon im Jahre 1924 an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde. Auch eingewanderte Afrikaans sprechende Südafrikaner prägten die Stadt. Eldoret gilt heute als die am schnellsten wachsende Stadt von Kenia, die neben viel Industrie sogar über einen internationalen Flughafen verfügt. Ob der Bau ein sinnvolles Projekt war, ist eine ganz andere und viel diskutierte Frage. Die Stadt Eldoret erlangte außerdem Bedeutung durch ein Massaker im Dezember 2007. Während der Präsidentschaftswahlen zündeten Anhänger von Raila Odinga, dem Oppositionskandidaten, eine Freikirche an. Etwa 30 Menschen hatten sich hier versteckt und wurden bei dieser Tat verbrannt.

Eldoret ist durchaus sehenswert: Ein Bummel durch die Stadt kann ein echtes Vergnügen sein. Architektonisch interessant sind vor allem die indischen Viertel und besonders der Sikh-Tempel in der Arap Moi Street ist hervorzuheben. Weil Eldoret bis heute sehr untouristisch geblieben ist, kann man hier sehr gut die typische Atmosphäre einer kenianischen Stadt erleben und es ist leicht, mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen.