Lodwar

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Im Rift Valley im Nordwesten Kenias liegt die Kleinstadt Lodwar. Der Ort befindet sich damit mitten in einer trockenen Steppenlandschaft, die sich durch besonders hohe Temperaturen auszeichnet. Bis zu 50 °C wurden hier bereits mehrmals gemessen. Die hier lebende Bevölkerung ist vom Nomadentum geprägt, auch wenn inzwischen kaum einer mehr umherzieht. Für Landwirtschaft ist die Gegend tatsächlich denkbar ungeeignet, zu trocken ist die Region um Lodwar. Die Bevölkerung des Ortes ist daher sehr arm und heute prägen die verschiedenen Hilfsorganisationen das Stadtbild, deren Mitarbeiter mit Geländewagen unterwegs sind. Viele der ansässigen Schulen wurden von christlichen Missionaren aufgebaut.

Einige Besucher empfinden Lodwar einfach nur als staubig und wenig sehenswert. Für andere macht genau dies den Reiz des Ortes aus – ein wenig Abenteurstimmung kommt wahrscheinlich bei jedem auf. Notwendige Einrichtungen wie Postamt, Bank und Tankstelle sind vorhanden. Wer die Bevölkerung vor Ort unterstützen möchte, kann als Souvenir einen der kunstvoll geflochtenen Körbe erwerben, die hier von den Frauen hergestellt werden.

Gegründet wurde Lodwar angeblich erst 1933 durch Shah Mohammed. Später nutzte die britische Kolonialregierung die Siedlung als Zwischenstopp für den Transport von politischen Gefangenen in die Gefängnisse im Norden Kenias. 1959 wurde der erste Präsident des Landes, Jomo Kenyatta, hier für zwei Wochen unter Arrest gestellt.